Willkommen in Dortmund , dem administrativen, kommerziellen und kulturellen Zentrums des östlichen Ruhrgebiets und Deutschlands 4. grünster Stadt. Sie sind im Südwesten Rand der westfälischen Bucht, nördlich der Ausläufer des Sauerlandes und des Ardeygebirges angekommen.

Wo früher Stahl und Kohle die Landschaft prägten gibt es jetzt nicht nur den erfolgreichen BvB und das gute Bier, sondern außerdem viel Grün und vieles, nicht nur aus Stahl und Beton, zu entdecken. Dazu bietet sich eine Wanderung durch den Vorort Aplerbeck an – südlich der alten Handelsstraße B1 gelegen.

Fahren Sie von der B1 (oder noch besser nutzen Sie die U-Bahn direkt vom Hauptbahnhof aus) zu unserem Startpunkt passieren Sie zunächst das große Gelände der Psychiatrie und der Forensik (In meiner Kindheit dachten viele von uns, dass Aplerbeck das Synonym dafür sei…) und dann sind Sie schon nach wenigen Kilometern am Startpunkt, dem Wasserschloss Haus Rodenbeck. Es wurde ursprünglich im 13. Jahrhundert erbaut.

Heute wird es überwiegend von der VHS und der Gastronomie mit großem Biergarten genutzt – und Sie könnten dort auch heiraten…
Doch wir machen uns jetzt zu einer etwa 12km langen Wanderung durch hügeliges Gelände auf.

Wir gehen zunächst an einem auffallend gestalteten Haus vorbei, das Friedensreich Hundertwasser gebaut haben könnte – in Wahrheit aber erst um 2001 erbaut wurde.

Von dort geht es zum Aplerbecker Marktplatz mit dem 1906-07 erbauten repräsentativen Amtshaus mit bleiverglasten Fensterscheiben und dem grade heute noch so gültigen eingelassenen Schriftzug “ Frei durch Vernunft, stark durch Gesetz“.

Durch einen für die Ballungsräume so typischen grünen Fleck, einen Kleingarten, mit nicht nur viel Grün, sondern auch ursprünglich auch viel Getier (heute meist aus Kunststoff) geht es am Kortenfriedhof vorbei und in und durch den Aplerbecker Wald mit seinem Waldschrat.

Dann geht’s weiter ins Naturschutzgebiet Nathebachtal und direkt danach in ein Wohngebiet – mit dem Kokon, der den Mittelpunkt Nordrhein-Westfalens markiert: auf 51 °28´ 44,2  ? nördlicher Breite und 7° 33´ 15,7 ? östliche Länge.

Der Kokon wurde 2019 von der Künstlerin Christine Böse geschaffen und besteht aus Stahl und Stahldrähten und zeigt den Umriss NRWs

Auf den Bänken bietet sich eine Pause an. Wer meint genug gesehen zu haben (oder dessen Beine versagen) kann von der nahegelegenen Bushaltestelle zurück fahren – verpasst dann aber leider weitere Sehenswürdigkeiten in Dortmund.

Denn es geht zunächst zum alten jüdischen Friedhof und dann weiter zur Georgskirche, deren Kreuzbasilika aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammt. Sehenswert ist in ihr u.a. ein Taufstein aus dem 12. und ein Triumphkreuz aus dem 13. Jahrhundert.

Wir passieren eine Infotafel über die Zeche Christian und dann geht es zur Großen Kirche mit ihrem 61 m hohen Turm . Er ist bis etwa zur Hälfe quadratisch und ändert dann seine Form zum achteckigen Turm mit umlaufender Balustrade und einer mit Kupferplatten deckten Turmspitze.

Wir streifen noch das Viadukt das über die Emscher führt. Früher galt sie als der Dortmunder Abwasserbach – mittlerweile ist sie jedoch beeindruckend renaturiert. Dann sind wir wieder am Wasserschloss, in dessen Biergarten Sie den Tag ausklingen lassen können.

Ich empfehle dazu ein „kühles Blondes“ und aus der Heimatküche „Pommes Schranke“

Beatrice Reubelt
Gästewanderführerin im Verein der Gästeführer und Gästeführerinnen im Ruhrgebiet e.V.
www.vgr-ev.de
ruhrnatur@gmx.net