Seit 25 Jahren wieder Straßenbahnen in Oberhausen

Am Sonntag, den 30. Mai 2021 feierten die Stadtwerke Oberhausen (STOAG) das 25 jährige Bestehen der neuen Straßenbahntrasse auf Oberhausener Stadtgebiet. Zu diesem Anlass pendelten ganztägig drei historische Straßenbahnen im Stadtgebiet. Coronabedingt war eine Mitfahrt nicht möglich. Zu sehen waren der STOAG-Triebwagen TW 25 (Baujahr 1899) sowie der Triebwagen TW 888 (Baujahr 1949) und der Gelenktriebwagen 705 (Baujahr 1959), die sich im Besitz der Ruhrbahn in Essen befinden.

Das vorläufige Ende

Schon im September 1897 begann im heutigen Stadtgebiet der Betrieb einer ersten Straßenbahnlinie. Nach etwas mehr als 71 Betriebsjahren kam dann im Oktober 1968 das scheinbar endgültige Aus für die Oberhausener Straßenbahn. Anfang April 1971 absolvierten Straßenbahnzüge der Mülheimer Linie 15, von der Stadtgrenze in Styrum kommend, ihre letzten Kilometer bis zur Endhaltestelle Hauptbahnhof Oberhausen. Bis zum Oktober 1974 gab es dann noch etwa 800 m Schienen der Vestischen Straßenbahnen von Bottrop-Fuhlenbrock nach Obrhausen-Klosterhardt. Dann war auch hier Schluss.

Neubeginn der Straßenbahn

Im Zuge der Errichtung der Neuen Mitte wurden, in einer Rekordzeit von nur 22 Monaten, zwischen 1994 und 1996, auf stillgelegten Trassen der Deutschen Bahn und der Thyssen Werksbahn, eine neue Nahverkehrstrasse sowie die Straßenbahn-Zulaufstrecke von der Stadtgrenze zu Mülheim-Styrum kommend, errichtet. Ende Oktober 2004 gab es eine kleine Streckenverlängerung vom Bahnhof Oberhausen-Sterkrade zum neuen Endhaltepunkt Neumarkt. Insgesamt ist die Straßenbahnstrecke damit 8,4 Kilometer lang und bildet das Rückgrat des STOAG-Netzes.

Der Historische Triebwagen 25

Zum 10-jährigen Bestehen der STOAG im Jahr 1997 kehrte auch der historische Triebwagen 25 nach Oberhausen zurück. Im Jahre 1899 in Köln gebaut, wurde er 1971 dem Straßenbahnmuseum in Hannover übergeben. Nach einem kurzen Aufenthalt in Nordhausen/Thüringen 1997, gelangte er noch im gleichen Jahr nach Oberhausen. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde er am 31.12.1999 feierlich als Museumsfahrzeug in Betrieb genommen. Es handelt sich wahrscheinlich noch immer um den ältesten für das öffentliche Straßenbahnnetz in Deutschland zugelassenen Triebwagen. Er hat seinen Abstellplatz im Ruhrbahn-Depot in Mülheim-Broich.

Trassenspaziergänge der STOAG

Aus Anlass des Trassenjubiläums hat die STOAG ihren neuen Flyer „10 Spaziergänge rund um die Trasse“ herausgegeben. Alle Wandertouren, ob klein oder groß, starten und enden an Haltestellen der Trasse.

Den Flyer gibt es kostenlos in den STOAG Kunden Centern und demnächst auch als Download auf www.stoag.de/erlebnis. Dort sind alle Tourenbeschreibungen in Detail in Text und Karte zu finden.

Wer direkt Online mit dem Wandern starten möchte, dem sei die Touren-App komoot empfohlen. Der Link zu den 10 Touren lautet: www.komoot.de/user/oberhausen.

Neustadt an der Emscher

Wer auf die  Ortssuche nach Neustadt in Deutschland geht, der wird fast 20 Treffer erzielen. Doch Neustadt an der Emscher gibt es erst seit Mai 2021 und zwar  als Installation  an der Alten Emscher in Duisburg, zwischen den Stadtteilen Neumühl, Meiderich und Hamborn. Im Rahmen der Projekte Emscherkunstweg und Urbane Künste Ruhr  wird inzwischen auch schon in vielen Teilen des Ruhrgebietes für diese Installation auf Plakaten geworben. Zu sehen sind fast 25 inzwischen abgerissene Bauwerke aus dem gesamten Ruhrgebiet im Maßstab 1:25. Realisiert wurden sie von dem in Berlin lebenden Künstler Julius von Bismarck, in Zusammenarbeit mit der sowohl als Künstlerin und Architektin arbeitenden  Marta Dyachenko. Nach über zwei Jahren Realisierungszeit kamen die Objekte im Frühjahr 2021 per Binnenschiff nach Duisburg und gelangten dann per LKW zu ihrem jetzigen dauerhaften Standort.

Vertreten sind unter anderem die St. Joseph Kirche aus Essen- Kupferdreh, die St. Paul Kirche aus Duisburg-Fahrn, die St. Stephanus Kirche aus Essen-Holsterhausen, das Allwetterbad vom Schwerte, die ehemalige Volkshochschule Essen-Innenstadt, ein Wohnkomplex aus Hamm, die Weißen Riesen von Kamp-Lintfort, der City-Wohnturm aus Bergkamen, das Gammelhaus von Hamm, der Goliath von Marl, das ehemalige Hallenbad von Marl, das ehemalige Kaufhaus von Kaiser-Tengelmann in Essen-Bredeney, der Hochbunker von Duisburg Hochfeld und  der Bunker von  Oberhausen-Osterfeld.

Wer die frei und kostenlos zugängige Installation sehen möchte, der sollte sich zu Fuß oder per Rad auf den Weg machen. Aufgebaut sind die Objekte am äußersten Ostrand des Landschaftsparks Duisburg-Nord,  unmittelbar an der sogenannten Bahnpromenade, bzw. dem Grünen Pfad, direkt an der A 42. Wer sich per Auto den Objekten näheren möchte, dem sei die Autobahnabfahrt Duisburg-Neumühl an der A 42 empfohlen. Ein beschränktes  Angebot an Parkplätzen gibt es in dem angrenzenden Gewebegebiet zwischen der Theodor-Heuss-Straße und der Straße Im Inzerfeld. Von dort aus dann zu Fuß zur  Duisburger Straße (in Neumühl) gehen. Unmittelbar geht es an der beampelten Querungsstelle des Grünen Weges über die Straßenbahntrasse und unter der Autobahnbrücke hindurch. Die Objekte befinden sich rechts dahinter .

Ungefähre GPS-Koordinaten: N 51°48’44.377“, E 06°79’10.84“